Wieso denn bloß.

Warum denken Menschen so(was)?

Kognitive Dissonanz - 3 persönliche Erlebnisse - Part3: Rassismus

Kognitive Dissonanz, so sagen Einige, ist das stärkste “Gefühl” überhaupt. Das menschliche Gehirn ist immer bestrebt, einen konsistenten Zustand herzustellen. Zwei Tatsachen, die so garnicht zueinander passen, mag das Gehirn garnicht und sorgen bei Vielen für richtig großen Stress im Kopf. Die Wikipedia https://de.wikipedia … /Kognitive_Dissonanz schreibt dazu “Dissonante Zustände werden als unangenehm empfunden und erzeugen innere Spannungen, die nach Überwindung drängen.”

Viele Menschen, die zum erstem Mal mit Aussagen der Klimabewegung konfrontiert werden, erleben kognitive Dissonanz. Wir sollten es Menschen erleichtern, ihre Meinung zu ändern und akzeptieren, wenn dies Zeit braucht.

Diesmal möchte ich 2 Anekdoten zum Thema Rassismus erzählen.

1. Meine Ex-Freundin hatte Angst, abends im dunkeln nach Hause zu fahren (mit dem Rad, mit der Straßenbahn). Verständlich. Schwieriger war schon der Grund. Denn der Grund, die Männer vor denen sie sich fürchtete, dass sie Nachts im dunklem sie überfallen wenn sie durchs Heidelberger Feld nach Dossenheim oder Schriesheim fährt, das waren die Erntehelfer, die in diesen Feldern möglicherweise unterwegs waren. Und die Männer, wegen derer sie nach 22 Uhr nicht mehr von Mannheim über Viernheim und Weinheim mit der Straßenbahn fahren wollte - das waren Migranten, vor denen sie sich fürchtete.

Ihre “Angst vorm Schwarzem Mann” wurde noch deutlicher, als wir im Frankreichurlaub in Grasse in ein kamerunisches Viertel liefen. Sofort kamen junge Menschen, Kinder und Teenager, angelaufen und waren neugierig, liefen uns nach, wollten vermutlich Kontakt mit uns aufnehmen. Ich persönlich fand das vollkommen normal, da ich die französischen Kameruner schon früher auf Märkten erlebt hatte, und wusste dass sie eine deutlich kommunikativere und kontaktfreudigere und freundlichere Kultur haben, als wir Deutschen. Auch als Kind gab es in meinem 300-Einwohner-Dorf eine Sozialwohnung und ich habe viel mit den dort lebenden Libanesen gespielt und kenne ihre Kultur von dort vermutlich sogar besser, als von meinen - aus Klimaschutzgründen sehr sehr seltenen - reisen und natürlich vom Studium.
Meine Freundin hatte nur noch Angst, und wollte so schnell wie möglich weg - was mich natürlich fürchterlich genervt hat und ich fand es in dem Moment auch nicht ok. Aber heute denke ich: Ich lag falsch. Es war ok. Sie darf Angst haben.

Machen wir uns nichts vor: Meine Ex-Freundin leidet unter einer ausgeprägten Fremden-Angst https://www.deutschl … t-nicht-vor-100.html. Leider wird - auch von der Wikipedia - Fremden-Angst (Xenophobie -phobie heißt eindeutig ANGST) mit Fremdenfeindlichkeit übersetzt. Aber ich muss nicht feindlich zu jemandem sein, vor dem ich Angst habe. Dieses in-die-rechte-Ecke-stellen von ängstlichen Menschen - hilft uns das wirklich beim Klimaschutz?

Ist meine Ex-Freundin wegen ihrer Fremdenangst rassistisch? Sollte sie sanktioniert werden?

2. Mein Rauswurf aus XR Vor einiger Zeit war in meinem 3000-Einwohner-Dorf zwischen Mannheim und Heidelberg, in das ich inzwischen umgezogen bin, Dorffest und 1250 Jahr Feier. Schaaren an 14-17-jährigen Teenies strömten Nachmittags bis Abends herbei um auf der gesperrten Hauptstraße laute Musik zu hören und zu feiern. Mit meiner Freundin wollte natürlich mal vorbeischauen und sehen, welche Vereine alle präsent sind und gemütlich ein Radler trinken.

Wir wollten gerade nach Hause, als ich eine mir bekannte Melodie von der kleinen Hauptstraßen-Bühne vernahm und zuerst leicht geschockt war. Und dann ging es los. “meine Puffmama heißt Layla Sie ist schöner, jünger, geiler” usw. Ich sah meine Freundin geschockt an und konnte es erst nicht glauben. Aber alle Teenies, vor allem natürlich die Mädchen, hüpften und sprangen und kreischten. Ja, unser Dorf hat eine riesige katholische und eine riesige evangelische Kirche und ist traditonell veranlagt und hat 30 Vereine. Aber offenbar störte sich niemand daran, nein die Teenies freuten sich riesig - und hatten nebendran sogar einen Cocktail-Stand aufgebaut - die Cocktails hießen profan und einfallslos “Layla”, “Ficken” und “Puff” o.ä.

Nachdem wir das Spektakel 1 Minute lang angesehen hatten, machten wir uns auf den Heimweg - und mir wurde etwas klar, was schon lange in mir schlummerte: Die Menschen lassen sich nichts vorschreiben. Im Gegenteil, nichts kann Teenies mehr Freude bereiten, als ein Verbot zu brechen. Sie fühlen sich umklammert und unfrei. Sie alle möchten Regeln - aber sie möchten diese Regeln selbst gestalten, sie möchten mitreden.

Am nächstem Tag lus ich von den neuen Wahlergebnissen und Umfragewerten der AfD - und ich begann zu verstehen, wie es dazu kommt.

Die AfD-Wähler sind wie diese pubertierenden Teenies, die Layla singen. Es ist ihr Ausbruch aus einer Umklammerung, aus dem Gefühl, nicht mitbestimmen zu dürfen - von Anderen ( ‘Bildungselite’ ), die sich für schlauer halten (und vielleicht auch sind), diktiert zu bekommen, was sich gehört und was nicht.

Mein eigener Schluss daraus ist, dass es die Gesetze sind, die uns alle Menschen zusammenbringen. Jeder darf sein, wie er ist und denken was er will, solange er sich an die Gesetze hält. Menschen zu shamen, die sich an die Gesetze halten, nur weil wir mit ihrer Meinung nicht übereinstimmen, schafft einen vollkommen unnötigen Kampf. Der Kampf sollte sich gegen die Ausbeutenden richten. Nichts wünscht sich das Kapital mehr, als dass die Studis gegen die Arbeiter kämpfen.

Einige Tage später schrieb ich in eine XR-Gruppe:

Die Menschen möchten eben so sein dürfen wie sie sind die die Lieder singen die ihnen gefallen. Persönliche Freiheit hört eben immer dort auf, wo die Freiheit der anderen anfängt.

Das Grundgesetz und die allgemeine Erklärung der Menschenrechte sind gute Wegweiser, wenn man sich einmal nicht sicher ist, wo diese Grenze verläuft. Der Vermixung von Rassismus, Feminsmus und Klimaschutz und die Umdeutung von normalen, omnipräsenten Gefühlen wie Fremdenangst oder die Angst vor zu viel Veränderung in “Rassimus” (Was definitiongemäß bedeutet, das jemand glaubt, nicht alle Menschen seien gleich (viel Wert), also was ganz anderes als Fremdenangst), entfaltet nun seine Wirkung.

Die Menschen möchten sich von dem Gefühl der Einengung und Umklammerung durch Vorschriften und Regeln die andere sich ausgedacht haben und mit denen sie nichts anfangen können, befreien.

Wenn der Extremismus geringer werden soll, müssen alle Menschen den Schritt gehen, und allen anderen Menschen erlauben so zu leben, wie sie leben möchten. Nein, XR soll die eigenen Werte nicht ändern. Aber es ist notwendig, jeden Lebensstil, der konform mit dem Grundgesetz ist und mit der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, als erlaubten, erwünschten und akzeptierten Lebenstil in unserer vielfältigen Gesellschaft anzusehen.

Ich habe also für Toleranz geworben und mich gegen das Shaming positioniert.

Mit der Begründung, dass Rassismus innerhalb XR verboten ist, wurde ich aus XR ausgeschlossen. Bin ich also rassistisch, weil ich zu Toleranz gegenüber menschenrechtskonformen Handeln aufrufe? Sollte ich sanktioniert werden?

Wenn alle Klimabewegungen gegen meine Werte und Überzeugungen von Toleranz (die natürlich beinhalten, dass ALLE Menschen gleich viel Wert sind, dass Deutschland alle Klimaflüchtenden Aufnehmen muss, dass die Grenzen zu öffnen sind, dass jeder die gleichen Chancen haben muss, dass Grundbesitz nicht privat sein sollte) und so weiter, also wenn alle Klimabewegungen sagen, meine Werte und Überzeugungen seien rechts und rassistisch und ich darf sie nicht äußern….

Wie kann ich mich dann noch gemeinschaftlich für Klimaschutz einbringen? Wo ist das möglich??

Kognitive Dissonanz - 3 persönliche Erlebnisse - Part2: Feminismus

Kognitive Dissonanz, so sagen Einige, ist das stärkste “Gefühl” überhaupt. Das menschliche Gehirn ist immer bestrebt, einen konsistenten Zustand herzustellen. Zwei Tatsachen, die so garnicht zueinander passen, mag das Gehirn garnicht und sorgen bei Vielen für richtig großen Stress im Kopf. Die Wikipedia https://de.wikipedia … /Kognitive_Dissonanz schreibt dazu “Dissonante Zustände werden als unangenehm empfunden und erzeugen innere Spannungen, die nach Überwindung drängen.”

Viele Menschen, die zum erstem Mal mit Aussagen der Klimabewegung konfrontiert werden, erleben kognitive Dissonanz. Wir sollten es Menschen erleichtern, ihre Meinung zu ändern und akzeptieren, wenn dies Zeit braucht.

Ich selbst erlebe starke Kognitive Dissonanz mit manchen Feministen (fast nur männlichen Feministen) in der Klimabewegung. Wie kommt dies?

Hierzu erzähle ich einen “Schwank” aus meiner Kindheit. Jaaa… Sorry dafür.
Wie aus meinem Namen vielleicht hervorgeht, war ich ein sehr sehr kleiner Mensch mit sehr sehr hoher Stimme. In der Tat war ich (cis-männlich) in der Grundschule kleiner als das kleinste Mädchen und auf der weiterführenden Schule unter 120 Kindern war nur ein Mädchen kleiner als ich. Zudem kam ich vom Dorf. Meine Mutter hatte außerdem die unterstützenswerte, idealistische Einstellung, keine Normen in Bezug auf männlich oder weiblich an mich zu vermitteln. So spielte ich mit Puppen, trug taillierte Kleidung mit Blümchenmuster oder glänzendes pinkes Satin als Kind. Ich konnte nichts mit “jungs-sachen” anfangen, und war hochsensibel (e.g. gegenüber vielen gleichzeitig handelnden Menschen) und emotional.
Dementsprechend wurde ich gemobbt und sperrte meine Gefühle vollständig weg, konzentrierte mich voll auf die Kognition. Später wurde ich der klassische beste (online-)Freund der sich von Frauen die Verfehlungen sexgeiler Jungs anhörte und selbst immer allen alles recht und alles richtig machen wollte. Mehrfach erlebte, wie Mädchen Anmachen an mir übten nur zum Spaß und oft unangekündigt berührt wurde und daher verkrampfte und die Menschen deswegen beleidigt waren. Der aber nie eine Beziehung einging weil er nicht das Gefühl hatte, dass es irgendwas ernstes werden könnte und alles Lockere als unmoralisch empfand, da er niemanden so enttäuschen wollte, wie er selbst als ausgegrenztes kleines Dorf-Kind sich fühlte.

Erst nachdem ich dann in einem Studiengang mit 300 Informatikern anfing zu studieren, merkte ich, dass ich nicht allein war. Erstmals lernte ich Gleichaltrige kennen, die zwar nicht alle wie ich ein Mobbingopfer waren und dementsprechend im Gegensatz zu mir, Sozialkompetenz und Kontakt zu ihren Gefühlen aufgebaut hatten - so dass ich mich weiter unterlegen und dumm und falsch fühlte. Aber die , so wie ich, sich aktiv weigerten, Männlichkeitsforderungen zu erfüllen und mehr weibliche als männliche Energien hatten. (max. 10% der Informatiker). Das alles wusste ich damals natürlich noch nicht mit den Energien https://www.google.c … e+weibliche+energien und den Anforderungen.

Dementsprechend habe ich auch noch nie erlebt, wie ein Mensch aus meinem geschätztem Umfeld eine Frau diskriminiert hätte. Aber es gab natürlich in meinem Umfeld viele Menschen, die mutiger waren als ich, und eine Beziehung eingegangen waren - und dann von ihrer Partnerin vor die Tür gesetzt wurden, ihre Kinder nicht mehr sehen durften, oder Kinder untergejubelt bekamen. Und so weiter, viele viele Einzelgeschichten. Und natürlich kenne ich Männer, die sich sexistisch verhalten, aber sie sind keine Freunde.

Das, ist die Welt, wie ich sie kenne. Till Lindemann und Kai Diekmann und ähnliche Arschlöcher - ja die gab es auch in meinem Leben: Das waren die, die mich verprügelt haben.

20 Jahre später dann kommt eXtinction Rebellion, und schreibt mir vor an einem Workshop zur “kritischen Männlichkeit” teilzunehmen. Ihr könnt euch vorstellen, wie ich, als jemand der Männlichkeitsanforderungen zu tiefst ablehnt und aktiv verweigert und sich wünscht, das jeder Mensch unabhängig von seinem Geschlecht einfach sein darf, wie er ist - und als jemand, der immer bemüht war, niemanden zu verletzen und keine Fehler zu machen, wie ich mich auf diesen Workshop gefreut habe. Endlich mehr Menschen kennenlernen, die denken wie ich.

Dachte ich.

Was dann passiert ist, war die 100%ige Desillusionierung. Das, was eXtinction Rebellion und die Feminismusbewegten der Generation Z offenbar unter Feminismus verstanden, war cis-Männerbashing. Ich wurde gezwungen, mir zutiefst unangenehme Geschichten über Till Lindemann und Kai Diekmann-Testosteronie-Derivate anzuhören, die Frauen sexistisch behandelten und sexuell ausbeuteten. Mir wurde gesagt, dass ich aufgrund meiner Eigenschaft als cis-Mann (und ja, ich bin ein cis-Mann - 50% der Männer sind wie ich, lehnen Männlichkeitsanforderungen ab, haben viele weibliche Energien, versuchen immer alles richtig und es Allen recht zu machen), dass ich aufgrund meiner Eigenschaft als cis-Mann so wäre, wie diese ekelhaften Testosteronies und darüber reflektieren solle.

Dass ich als Mann auch einige Vorteile habe, war mir schon immer bewusst. Dieser Vorteil bezieht sich in Deutschland vor allem auf das Gehalt. Darum habe ich, so wie alle Männer in meinem Umfeld, auch immer versucht, diesen Vorteil so gut es geht auszugleichen. Dies geschieht z.Bsp. dadurch, dass man versucht Kosten Anderer zu übernehmen, ohne dass dadurch eine Abhängigkeit oder ein Machtgefälle oder eine Verpflichtung erwächst, und auch dadurch, dass WENN man in eine Entscheidungsposition gelangt, man auf eine faire Bezahlung hinwirkt, man Frauen motiviert, faire Bezahlung einzufordern usw. Dies ist eine Selbstverständlichkeit. [* Fußnote]

Und nun kommt eXtinction Rebellion, und erklärt mir, was für ein schlechter Mensch ich bin, dass ich über meine Verfehlungen reflektieren soll, dass ich mich für meine Privilegien entschuldigen soll, dass ich mich für die Verfehlungen von Testosteronies schlecht fühlen soll, NUR weil ich AUCH einen Schniedel habe?

JA - das hat allergrößte Kognitive Dissonanz bei mir erzeugt - ZUMAL die Person, die in der profeministischen Gruppe mir ausdrücklich verbat, Schwäche zu zeigen und mich wiederholt anhielt, zu sagen, dass ich Priviligiert sei, mir verbot, meine wahren Gedanken zu äußern - selbst genau so groß, körperlich stark, wortführend, durchsetzungstark, alle-gegen-einen-mobbend war, wie die Menschen, die mich 25 Jahre zuvor in der Schule wegen meiner kleinen Körpergröße, hohen Stimme, Hochsensibilität, und dem Aufbau emotionaler und körperlicher Nähe zu andren Menschen und weil ich vom Dorf kam - gemobbt hatten.


Meine Grundaussage ist: In Deutschland (und ich meine hier nur Deutschland) werden Menschen nicht mehr aufgrund ihres körperlichen Geschlechts diskriminiert, sondern aufgrund der Erfüllung von Männlichkeits bzw. Weiblichkeitsanforderungen. Außerdem geht die Diskriminierung nicht von Männern aus, sondern wird von allen Teilen der Gesellschaft gleichermaßen betrieben. Der Gender-Pay-Gap ist ein Problem und muss bekämpft werden, ist aber kein Privileg, sondern ein Problem für Alle [*Fußnote]

Ich würde mich wahnsinnig gerne mit eXtinction Rebellion, Lützerrather Klimabewegung, dem Klimacamp Rheinland und dem Klimanetz Heidelberg verbunden fühlen. Aber wie soll ich das, wenn ich wegen obigem Satz gemobbt werden und alle 25 Jahre alten und erst seit 10 Jahren überwundenen Kindheitserinnerungen wieder hochkommen.?

Wie lässt sich diese kognitive Dissonanz auflösen?

[* Fußnote]
Darüber hinaus, ist in meinem Umfeld, der angebliche Gehaltsvorteil - ein Nachteil: Er führt dazu, dass in ALLEN Familien die ich kenne, die Frau entscheidet dass der Mann mehr arbeiten soll und weniger zuhause sein kann - gegen seinen Willen.

In meiner eigenen Beziehung ging es soweit, dass meine Freundin meinen Wunsch Teilzeit zu arbeiten, entschieden ablehnte, weil sie sich sorgte, dass künftige Kinder dann eventuell nicht sicher versorgt seien und ich ihr kein Haus kaufen könnte. Bevor die Frage kommt: Ja wir sind nun nicht mehr zusammen. Leider. Ich musste mich trennen (sie tat es nicht, sie kommandierte mich nur), aber ich liebe sie (ich liebe die meisten Menschen, aber sie ist mir schon sehr extrem ans Herz gewachsen und ich vermisse sie sehr).

Kognitive Dissonanz - 3 persönliche Erlebnisse - Part1: Kapitalismus

Kognitive Dissonanz, so sagen Einige, ist das stärkste “Gefühl” überhaupt. Das menschliche Gehirn ist immer bestrebt, einen konsistenten Zustand herzustellen. Zwei Tatsachen, die so garnicht zueinander passen, mag das Gehirn garnicht und sorgen bei Vielen für richtig großen Stress im Kopf. Die Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Kognitive_Dissonanz schreibt dazu “Dissonante Zustände werden als unangenehm empfunden und erzeugen innere Spannungen, die nach Überwindung drängen.”

Viele Menschen, die zum erstem Mal mit Aussagen der Klimabewegung konfrontiert werden, erleben kognitive Dissonanz. Im Extremfall haben sie ihr Leben lang die FAZ gelesen und sogenannte “Werte” geschaffen, waren fest überzeugt, dass sie damit nicht nur sich, sondern der ganzen Welt was Gutes tun, einen wichtigen Beitrag leisten. Und nun hören Sie, dass das Wachstumsstreben und die Ausbeutung von Resourcen und Völkern, nicht nur schlecht für die Resourcen und Völker ist, sondern wegen der Klimakatastrophe auch für sie selbst und für Europa und Deutschland?

Es ist klar, dass die FAZ-Leser einen Weg suchen, beiden Informationen, die der Klimaaktivisten und ihre lebenslange Überzeugung, in Einklang zu bringen. Ein häufig Weg wird das Klimaleugnen sein. Wenn dies irgendwann nicht mehr möglich ist, muss das eigene Lebenswerk in Frage gestellt werden. Was sie entweder tieftraurig (wenig Testosteron) oder abgrundtief wütend (viel Testosteron) macht.

Hier ist es für die Klimabewegten wichtig, nicht das Ziel zu haben, Zustimmung von FAZ-Lesern zu erhalten. Es genügt, wenn wir die Denkanstöße geben. Bis Menschen dann ihre Überzeugungen ändern, kann es Jahre dauern - viele werden es bis zum Lebensende nicht schaffen.

Hilfreich ist es, einen Weg aufzuzeigen, wie die kognitive Dissonanz wieder hergestellt werden kann, indem das Lebenswerk des FAZ-Lesers, also die Schaffung von Wirtschaftswachstum und materiellem Wohlstand, nicht als etwas schlechtes gewertet wird.

Dies war eine wichtige und notwendige Entwicklung. Ohne materiellen Wohlstand würde sich jetzt auch niemand für das Klima interessieren. Jetzt ist der materielle Wohlstand jedoch so groß, dass wir nun darauf schauen können: Wie können wir ihn erhalten, ohne Menschen und Resourcen dafür auszubeuten.

So kann sich auch für den FAZ-Leser, die kognitive Dissonanz auflösen, und er zum Unterstützer des Wandels werden.